Ministerpräsident Tillich besucht LIGNEUS

13.08.2013

Über die praktische Anwendung der Initiative Industrie 4.0 im Ladenbau informierte sich der Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei einem Besuch der LIGNEUS GmbH in Ottendorf-Okrilla. Der Geschäftsführer, Herr Daniel Erhardt, stellte das Unternehmen mit einer Präsentation vor und wechselte dann direkt ins CAD Konstruktionsprogramm.

Am Beispiel eines Mühlespielbrettes wurden nach den spontan definierten Vorgaben des sächsischen Landesvaters, Maße, Dekore und Kantenanleimer konfiguriert und durch Konstruktionsleiter Silvio Voigt live ins Echtsystem eingegeben.

Diese CAD Datei bildet bei LIGNEUS die zentrale Quelle, aus der dann automatisiert die Stückliste, Zuschnittoptimierung sowie Kanten- und CNC- Programme erstellt werden.

Diese Daten bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte in der Welt der Industrie 4.0, bei der das Produkt und nicht mehr primär die Maschine die Information mitbringt wie es bearbeitet werden soll.

Bei dem sich unmittelbar anschließenden Betriebsrundgang verfolgte der Ministerpräsident mit seinen beiden Mitarbeitern, wie an der Plattensäge das Mühlebrett aus der Dekorplatte geschnitten und mit einem Barcodeetikett versehen wurde.

Am Kantenautomaten, der nächsten Station im Fertigungsdurchlauf, wurde der Barcode des Etiketts eingescannt und dann sekundenschnell die 4x16 verschiedenen Parameter zur Kantenbearbeitung vom Server auf die Maschine übertragen. Nach 4 Durchläufen war das Bauteil, mit den zuvor in 3 verschiedenen Farben definierten Kantenanleimern versehen.

Im nächsten Produktionsschritt ging es zur CNC Maschine, wo wieder mit einem einfachen Barcodescann das zuvor im CAD automatisch generierte CNC Programm aufgerufen wurde.

Dann begann die Maschine damit, wie von Geisterhand und mit höchster Präzision, die Mühlespielkontur in die Oberfläche der Platte zu gravieren.

Im Bereich der Endmontage sah Herr Tillich den Tischlergesellen über die Schulter, wie sie aus den vorbearbeiteten Einzelteilen Ladenbaumöbel für die Supermärkte von Kaisers Tengelmann, Netto Markendiscount, für Backshops und ganze OBI Baumärkte oder für Fashion Boutiquen von Camp David und Chelsea zusammenbauten.

Auf Nachfrage des Ministerpräsidenten bestätigte ihm Tischlergeselle Bernd Samulski, dass es ihn mit Stolz erfüllt, wenn er beispielsweise bei einem Einkaufsbummel im Dresdner Elbepark die Geschäftseinrichtungen im Einsatz sieht, die er zuvor bei LIGNEUS gebaut hatte.

In der Oberflächenabteilung entstehen in einer, mittels Schleuse abgetrennten Spritzkabine Hochglanzlackflächen für Luxusboutiquen. Parallel wurden auf dem Lackbeschichtungsautomaten in endloser Folge Messewandbauplatten lackiert und im Hochtrockenofen ausgehärtet.

Am Schleifautomaten demonstrierte Fertigungsleiter Stefan Schicht die, für die Hochglanzflächen erforderliche Schleifpräzision. Ein mit einer Zeitung beklebtes Plattenmuster wurde in einem Schleifdurchgang so akkurat beschliffen, dass die hauchdünne Druckerschwärze verschwunden war und das Zeitungspapier wieder in reinem Weiß erstrahlte.

Versandleiter, Dietmar Bierlich überreichte am Ende des Rundgangs Ministerpräsident Tillich und seinen beiden Mitarbeitern dann die mit den passenden Mühlesteinsets versehenen Spielbretter.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich zeigte sich in einem anschließenden Gespräch mit den Mitarbeitern sehr beeindruckt von der Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der LIGNEUS GmbH, die er als einen der sächsischen "hidden Champions" bezeichnete.

Auf Frage des sächsischen Regierungschefs ob denn Familie, Freunde und Vereinskollegen wissen, was der Tischlerberuf bei LIGNEUS für einen technologischen Wandel durchlaufen habe, antwortete IT-Azubi Florian Weber offen, dass er sich vor seinem Lehrantritt nicht hätte vorstellen können, wie eng Möbelbau und IT in diesem Unternehmen ineinandergreifen.

Mit der gebündelten Innovationskraft und dem technologischen Know How vieler Unternehmen wie der LIGNEUS GmbH ist Ministerpräsident Stanislaw Tillich überzeugt, mit Sachsen mittelfristig auch bei der Wirtschaftskraft die Spitzenposition zu erreichen. Bei der Bildung ist man bekanntlich bereits auf Platz eins, was die Unternehmen auch sehr zu schätzen wissen.